Dienstag, 21. April 2009

Merkwürdige Zufälle auf der NodM 2009

Uns erreichte folgender Bericht mit der Bitte um *anonyme* Veröffentlichung. Der Autor der Zeilen ist der Redaktion natürlich bekannt. Persönlich bekannt. Wir wissen, wo sein Haus wohnt! Wir danken dem ungenannten Autor und freuen uns, den Bericht über einen spannenden Zweikampf mit merkwürdigen Zufällen (der OPD-Geist war betrunken!) zu publizieren... aber lest selbst, was geschehen ist!

Zweikampf an der Spitze der NodM

Vor der NodM 2009 wurde aus verschiedenen Stellen gemunkelt, dass die Göttinger Rubikonüberschreiter, Jena Bambule und Berlin Neukölln als Favoriten gehandelt werden. Im Laufe des Turniers standen sich allerdings nur die Göttinger und die Berliner direkt gegenüber. In den Vorrunden war ein direktes aufeinandertreffen durch einen Zufall des Tab-Programms verhindert: In der ersten Runde waren alle drei Mannschaften als freie Redner gesetzt, in der zweiten Runde waren alle in der Opposition und in der dritten Runde alle in der Regierung. (Die Chefjuroren lehnten bei Nachfrage vehement jegliche Verantwortung für diese Setzung ab.)

Das vorrausgesagte Kopf-an-Kopf-Rennen hielt alles, was es versprach. Nach zwei Runden trennten die drei Mannschaften nur 5 Punkte. Nach einer eher durchwachsenen dritten Runde fiel Göttingen etwas zurück. Jena zog mit einem Punkt Vorsprung vor Berlin in das Viertelfinale ein. Im Viertelfinale ging der Zweikampf an der Spitze weiter: Beide Mannschaften erhielten von ihren jeweiligen Jurys 258 Punkte zugesprochen. (Auch hier perlten jegliche Rufe nach Schiebung von den Chefjuroren ab.) Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Mannschaften gleichviel Rednerpunkte gesammelt. Es trennte sie nur ein einziger Team-Punkt. Viele neutrale Teilnehmer hofften auf das Finale des Tab-Ersten Jena gegen den Tab-Zweiten aus Berlin.

An der Spitze der Einzelrednerwertung ergab sich ein ähnlich spannendes Bild. Clemens Lechner aus Jena hatte nach den Vorrunden mit 154 Punkten einen kleinen Vorsprung vor Patrick Ehmann aus Berlin (152) herausgearbeitet. Im Viertelfinale haben beide 52 Punkte erhalten. Der Vorsprung von Clemens war also gewahrt. (Mittlerweile wurde es für die Chefjuroren schwer, Ausreden und Entschuldigungen für "zufällige" Bepunktungen zu finden.)

Im Halbfinale erlaubte sich die Mannschaft aus Jena einen kleinen Ausrutscher und unterlag in einer äußerst engen Debatte den Hallensern. Das Traumfinale war geplatzt. (Vielleicht waren es aber auch nur die Chefjuroren, denen die ganze Sache zu heiß wurde und lieber jetzt als nie die Reißleine zeihen wollten!) Der Zweikampf um den punktbesten Einzelredner dauerte an, denn Clemens zog als freier Redner ins Finale ein. Die Ausgangslage hatte sich jedoch gewendet. Patrick trug einen knappen Vorspung mit ins Finale. Dort wurde Clemens von Publikum und Ehrenjury zum besten Redner des Finales gekürt. Die Fachjury war etwas anderer Meinung. Bei Ihnen war Clemens auch bester Redner (54), allerdings erneut punktgleich mit Patrick, so dass der Berliner auf dem Tab den Spieß zu seinen Gunsten wenden konnte.

(Einer der Chefjuroren verließ bereits nach dem Halbfinale das Turnier. Nach dem Finale reisten die beiden verbliebenen Chefjuroren fluchtartig ab, so dass die genauen Umstände der Zufälle noch nicht geklärt werden konnte. Ein lapidares: "Es war eben knapp" befriedigte die Beteiligten nicht.)

Kommentare:

  1. Patrick Ehmann kommentiert per Mail an mich:

    "Merkwürdig, merkwürdig! Die NODM 2009 war überhaupt das Turnier, bei dem ich mich am konsistentesten und am nachvollziehbarsten juriert gefühlt habe. Zunächst unverständliche Punktzahlen wurden durch die JurorInnen ohne Außnahme gut begründet. Bei Gesprächen mit JurorInnen haben sie mir ausnahmslos gesagt, dass es nirgends Ausreißer gab. Die größten Diskerpanzen gab es wohl noch bei der Eich-Debatte (Das war auch der Grund warum ich den Absinth gewonnen habe, haha). Die Mühe,
    die der VDCH-Vorstand in die Durchführung von Seminaren gelegt habt, hat sich hier in der Region voll und ganz ausgezahlt. Es war auch schön zu
    sehen, dass einige der TeilnehmerInnen des Seminars in Leipzig in Magdeburg auf Anhieb den Break geschafft haben."

    AntwortenLöschen
  2. Und ein anonymer NODM-Chefjuror aus Heidelberg, wir nennen ihn "Saniel
    Dommer", schreibt:

    Wir hatten wirklich ein sehr spannendes Turnier in Magdeburg! Viel wichtiger aber: Patrick hat Recht. Die VDCH-Jurierseminare sind als großer Erfolg zu werten und sollten auf jeden Fall mit der selben Intensität auch in der kommenden Saison fortgeführt werden!

    Beim Eingeben der Ergebnisse ins Tab habe ich immer wieder gestaunt, wie dicht die Wertungen der einzelnen Juroren in den jeweiligen Räumen beieinander gelegen haben. Abweichungen von mehr als 5 Punkten stellten schon fast die Ausnahmen dar, Abweichungen über 10 Punkte gab es sogar nur unerwartet selten.

    Es gab aber noch weitere positive Juriererfahrungen auf der NODM, die ich nicht unerwähnt lassen möchte, die erfreulicherweise gerade auch für die bei uns vertretenen noch unerfahrenen Juroren gelten:

    Alle Jurys haben die zur Verfügung stehende Skala angemessen ausgenutzt.
    Vor hohen 50er-Wertungen wurde ebenso wenig zurückgeschreckt, wie vor niedrigen 30er-Wertungen. Wo es angebracht war, haben einzelne Juroren auch mal zur 60er- oder 20er-Skala gegriffen. Das ist gut so und führt zu aussagekräftigen und differenzierten Ergebnissen.

    Alle Jurys haben sehr diszipliniert gearbeitet und durch zügiges Jurieren den reibungslosen Turnierablauf gewährleistet. Auch dafür ein großes Lob!

    Weiterhin habe ich von allen Teilnehmern, die ich gesprochen habe, nur Gutes über das jeweilige Feedback gehört. Auch hier scheinen die VDCH-Seminare zu einem Qualitäts-Sprung geführt zu haben.

    Zuletzt: Das Organisations-Team um Miriam Hauft hat uns in Magdeburg clubeigene und extra dafür geschulte Präsidenten zur Verfügung gestellt.
    So mussten nur in einzelnen Ausnahmen (wenn einer der Magdeburger Präsidenten gerade wichtigeres zu erledigen hatte, i.e. Biernachschub,Beamerkabel oder Butterkuchen besorgen) die angereisten Juroren präsidieren, 99% der angereisten Juroren konnten somit in allen drei Vorrunden als Juror aktiv sein. Das ist eine richtungsweisende
    Innovation, die zukünftigen Turnierorganisatoren als Vorbild dienen
    kann!

    Der Dank der Chefjuroren gilt allen unseren Co-Juroren und den Magdeburger PräsidentInnen, vielen Dank für Eure Unterstützung und für die gute Arbeit!

    Jetzt muss ich aber los, mein Flieger nach Mexico geht in zwei Stunden. Ich wähle das Exil, nachdem aufmerksame Blogger uns auf die Schliche gekommen sind ;)

    Adios!

    AntwortenLöschen
  3. Phantastisch! Man darf den DM-Chefjuroren also ein glückliches Händchen bei der Auswahl des diesjährigen Jurorennachwuchspreisträgers wünschen...

    AntwortenLöschen
  4. kommentar aus frankfurt dazu: wir haben uns in beiden teams bei der WDM durchweg fair juriert gefühlt und können v.a. dank jurierseminar (würzburg) sämtliche entscheidungen gut nachvollziehen! danke an den VDCH für diese arbeit!

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.