Donnerstag, 29. Oktober 2009

Sieg der Gäste beim 5. „Rededuell der Meister“ des Debating Club Heidelberg

En passant:

Gäste (Miriam, Thore und Peter) gewinnen, Peter wird obendrein Publikumsliebling.

En detail:

Bereits zum fünften Mal veranstaltete der Debating Club Heidelberg (DCH) am vergangenen Dienstag seine jährliche Showdebatte im Format des „Rededuells der Meister“. Traditionell wird dabei auf eine klassische „Professoren-Debatte“ verzichtet. Die Redner des DCH treten hingegen jeweils gegen die „Debating All-Stars“ der vergangenen Saison an. In diesem Jahr folgten die amtierende Deutsche Meisterin Miriam Hauft (DC Magdeburg) sowie die beiden ZEIT-DEBATTEN-Gewinner Thore Wojke (DCJG Mainz) und Peter Croonenbroeck (Streitkultur Tübingen) der Einladung nach Heidelberg. Für den DCH starteten Teresa Schächter, Stefan Bräumer und Sven Hirschfeld.

Auch Professoren der Universität Heidelberg waren vertreten: Professor Willi Jäger vom Institut für Angewandte Mathematik und der Gesellschaftsrechtler Professor Peter Hommelhoff, Ehrenmitglied des DCH und ehemaliger Rektor der Universität Heidelberg, vervollständigten als Fraktionsfreie Redner die Debatte. Die Teilnahme von Professor Manfred Berg, Inhaber des Curt-Engelhorn-Lehrstuhls für Amerikanische Geschichte, wurde leider durch eine Panne der Lufthansa in Houston, Texas, kurzfristig verhindert.

Wie die Rednerbänke war auch die Ehrenjury erneut hochkarätig besetzt. Manfred Lautenschläger (Gründer und Aufsichtsratsmitglied der MLP AG sowie Ehrensenator der Universität Heidelberg), Professor Thomas Pfeiffer (Prorektor der Universität Heidelberg), Jochen Dubiel (Manager Educational Relations, BASF SE) und Wolfgang Berger (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, LpB) kürten nach der Debatte das Siegerteam.

Hochkarätig war auch der Veranstaltungsort: Die Universität hatte dem DCH für das Meisterduell großzügig die prestigeträchtige Alte Aula überlassen, die mit 350 Besuchern bestens gefüllt war.

Hochkarätig war zuletzt auch die Debatte zum Thema „Soll die studentische Mitbestimmung abgeschafft werden?“, die von DCH-Mitglied Christina Seebacher geleitet wurde. Nach gutem Brauch übernahm der DCH die undankbare Regierungsrolle, die Debating All-Stars stellten die Oppositionsfraktion.

Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die Unterstützung der BASF SE, der Düsseldorfer Kanzlei Marccus Partners und der LpB Heidelberg.

Gestritten und gelacht wurde über:

- Alibis, Feigenblätter, goldene Kälber und hohe Sockel (Teresa)
- Das Demokratieprinzip, das System Hochschule und die Legitimation der Richter am EuGH (Miriam)
- 87% Nichtwähler als demokratisches Votum gegen die Mitbestimmung und die Alternative des Straßenkampfes (Stefan)
- Biologische, chemische und biographische Argumente sowie die Feststellung: „Im Kindergarten ging die Mitbestimmung gegen Null!“ (Thore)
- Offene Fragen auf beiden Seiten und die Frage nach Inhalten statt nach Form der Mitbestimmung (Professor Jäger)
- Aufmerksamkeitsdefizite der Rhein-Neckar-Zeitung und Wissenschaftsminister Frankenberg als Mensa-Koch (Professor Hommelhoff)
- Kuchen, Krümel und Kirschen sowie die Frage: „Wenn einer nur noch ein Feigenblatt hat… was passiert eigentlich, wenn man ihm auch das noch wegnimmt?“ (Peter)
- Demos, Kratia und die Frage: „Was passiert wohl, wenn ich mitbestimmen will, wie der Mechaniker mein Auto repariert!“ (Sven)

Ein kleiner Höhepunkt der Debatte war sicherlich der Beitrag von Professor Hommelhoff. Er schlug sich in seinem fulminanten Beitrag wie schon Professor Jäger auf die Seite der Opposition, plädierte am Ende sogar für die verfasste Studierendenschaft auch in Baden-Württemberg. Vor allem aber: er „machte den Patrick Ehmann“, verzichtete also darauf, sich hinter das schwere Rednerpult zu begeben. Bewaffnet mit einem mobilen Mikrofon streifte er über das Podium und nahm engsten Kontakt zu seinem Publikum auf, das es ihm mit tosendem Applaus entlohnte. (Patrick Ehmann von der Berlin Debating Union hatte als Freier Redner im Finale der Deutschen Meisterschaft 2009 ebenfalls das Pult verlassen, war bei Jury und Publikum allerdings auf höchst unterschiedliches Echo gestoßen - zwischen Begeisterung und Ablehnung war alles dabei.)

Nach eingehender Beratung befand die Ehrenjury, die Heidelberger Pro-Fraktion habe zwar die deutlich größere Herausforderung zu bewältigen gehabt, letztendlich hätten aber die Debating All-Stars die Debatte für sich entschieden. Wir gratulieren Miriam, Thore und Peter!

Peter konnte außerdem seinen Erfolg vom letzten Gutenberg-Cup wiederholen. Das Publikum wählte ihn mit 99 Stimmen (und 40 Stimmen Vorsprung vor Professor Hommelhoff) zum besten Einzelredner der Debatte. Glückwunsch!

Der Abend fand in der Heidelberger Altstadtbar „Pepper’s“ ein spätes Ende. Daiquiris waren aus, dafür gab es aber Kuchen. Immerhin wurde nicht nur das Jubiläums-Meisterduell gefeiert sondern auch der Geburtstag der Deutschen Meisterin! Miriam hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren persönlichen Ehrentag mit einem meisterhaften Auftritt in Heidelberg zu krönen! Happy Birthday, Champion!

Eine Fotogalerie wird bald auf der Homepage des DCH online sein, die Achte Minute wird Euch informieren.

Text: Daniel Sommer, DCH

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Auch auf diesem Weg nochmal ein großartiger Dank an die Heidelberger!
    Es hat sich voll und ganz gelohnt den langen Weg auf mich zu nehmen, da ich verwöhnt wurde bis zum Gehtnichtmehr.
    Ich sage nur: Komfortable Unterkunft mit Frühstück, Tolerierung und Mitdurchfütterung meines nicht-debattierenden Freundes, freundliche, gut gelaunte und gastfreundliche Heidelberger überall, toller Kaffee, eine Privatstadtführung von Daniel Sommer uuund (ich bin immernoch sprachlos) eine zweistöckige Geburtstagstorte mit selbstgemachter (!!!) Rosendeko! Danke danke danke, es war super!
    Leute: Fahrt nach Heidelberg, das lohnt! ;o)

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